Auszeichnung für WIT Vorstand

Georg Riedl erhält höchste bayerische Umweltmedaille

d7-b0004-georg-Riedl-tDer Vorsitzende des Wasser-Info-Teams Bayern e.V., Georg Riedl, hat am 22. Oktober 2015 die Bayerische Staatsmedaille für besondere Verdienste um die Umwelt sowie den Verbraucherschutz erhalten. Georg Riedl – von 1990 bis 2014 unter anderem erster Bürgermeister von Pfarrkirchen – hat im Laufe der vergangenen Jahre in der bayerischen Umweltpolitik wichtige Akzente gesetzt und viele Projekte mit nachhaltiger Wirkung angestoßen, insbesondere auch, was das Thema Wasser betrifft. Viele seiner Initiativen auf dem Gebiet der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung waren und sind zukunftsweisend.

d7-b0004-890540„Georg Riedl ist ein erfahrener Praktiker par excellence“, so die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf, die die Medaille überreichte und anschließend den „herausragenden Einsatz“ des so Geehrten in einer Laudatio würdigte: „Er ist beides: engagierter Fürsprecher für kommunale Zuständigkeit und glaubwürdiger „Erinnerer“ an kommunale Verpflichtungen. Das Thema „Erhalt des kommunalen Systems“ in der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung ist eng mit ihm verbunden.“

Insgesamt wurden in diesem Jahr 13 Personen mit der bayerischen Umweltmedaille ausgezeichnet, darunter neben Georg Riedl auch Hans Jürgen Buchner von der Band Haindling. Mit dieser höchsten bayerischen Umweltauszeichnung werden jährlich nur bis maximal 15 Personen, Vereinigungen oder Kommunen geehrt, die sich um Natur- und Umwelt- und Verbraucherschutz verdient gemacht haben. Es ist übrigens nicht die erste hohe Auszeichnung, die der engagierte Ex-Bürgermeister von Pfarrkirchen erhalten hat – so bekam er beispielsweise bereits 2012 das Bundesverdienstkreuz am Bande für sein “jahrzehntelanges, umfassendes kommunalpolitisches und soziales Engagement”.

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Engagement in vielen Gremien

Der diplomierte Verwaltungswirt Georg Riedl war und ist in vielen Ämtern aktiv – u.a.:

  • Gründungsmitglied des Internationalen Instituts für Regionalismus und Nationalitätenrecht (INTEREG)
  • Vorstandsmitglied des Bayerischen Städtetags
  • Bezirksvorsitzender des Bayerischen Städtetages Niederbayern
  • Mitglied im Hauptausschuss des Deutschen Städtetages
  • Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Europäischen Binnenmarkt des Deutschen Städtetages
  • Vorstands- bzw. Beiratsmitglied in verschiedenen Umweltverbänden Wasser-Abwasser
  • Mitglied im Hauptausschuss der EUREGIO Bayerischer Wald – Böhmerwald – Unterer Inn
  • Mitinitiator des bayernweiten Projektes „Bodenständig“ zum Erhalt einer gesunden Bodenstruktur und Schutz der Gewässer
  • Zudem engagiert sich Georg Riedl seit Jahren ehrenamtlich in Temeswar in Rumänien für den Aufbau einer Kommunalen Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Und auch nach seinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt denkt Georg Riedl noch lange nicht an Ruhestand. 2014 wurde bekannt, dass eines seiner Herzensprojekte, die “Europa-Hochschule Rottal-Inn” in Pfarrkirchen endlich Realität wird. Das wissenschaftliche Konzept für die neue Hochschule stammt von Präsident Prof. Dr. Peter Sperber, Vizepräsident Prof. Dr. Horst Kunhardt und Vizepräsident Prof. Dr. Klaus Nitsche, der Technischen Hochschule Deggendorf, zu der die Europa-Hochschule Rottal-Inn gehört. Georg Riedl hat hier wichtige Koordinationsaufgaben übernommen.

Gründung von WIT-Bayern

d3-1-4-5-xart-31460219_xxlAber nicht nur in seiner Heimatregion wird Georg Riedl als fachkundiger Vor- und Querdenker mit kommunikativem Verhandlungsgeschick geschätzt. Im Januar 1997 bekam er von der Obersten bayerischen Baubehörde den Auftrag, ein Gremium zu schaffen, das der bayerischen Trinkwasserversorgung mit Rat und Tat zur Seite steht. Daraufhin gründete er am 16. Mai 1997 das Wasser-Info-Team Bayern e.V., dessen Vorstand er seither ist. Mit großem Engagement setzt er sich seitdem – ganz im Sinne der Mehrzahl der Bürger und der Wasserversorgungsunternehmen – für ein Verbleiben der Trinkwasserversorgung in kommunaler Hand ein.

Als Experte – sowohl was kommunale Strukturen als auch das Thema Wasser betrifft – vertrat er die Position des Bayerischen Städtetages, eine “Privatisierung durch die Hintertür” zu verhindern, auch in Brüssel. Georg Riedl trug maßgeblich dazu bei, dass 2013 die Trinkwasserversorgung aus der vorher vom ehemaligen Vizebundeskanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rössler verhandelten EU-Konzessionsrichtlinie wieder herausgenommen wurde. Damit blieben die deutschen Wasserversorgungsunternehmen von umfassenden Privatisierungsbestrebungen und allen damit einhergehenden Nachteilen für die Bürger verschont.

Die Vorteile kommunaler Strukturen in der Wasserversorgung

d7-b0004-DSC00013Während Unternehmen in privater Hand in erster Linie ihrem eigenen Profitstreben und ihren Aktionären verpflichtet sind – Beispiele für die verheerenden Folgen sind in unseren Nachbarländern Frankreich und Großbritannien zur genüge zu finden – sind kommunale Unternehmen dem Gemeinwohl, d.h. letztendlich den Bürgern, verpflichtet. Sie erwirtschaften keinerlei eigene Profite, sondern sind gesetzlich gehalten, sich aus den erhobenen Wassergebühren kostendeckend selbst zu finanzieren, denn die oft angespannten Haushalte der Kommunen dürfen damit nicht belastet werden. Die Gebühreneinnahmen fließen also zur Gänze in die Trinkwasserförderung, Verteilung, Modernisierung, Sanierung und Instandhaltung der Infrastruktur, die für eine unterbrechungsfreie Versorgung der Bürger mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser notwendig sind.

Damit wurde verhindert, dass das Trinkwasser in Deutschland “durch die Hintertür” zu einer reinen Ware wurde, deren Erwerb abhängig ist vom Geldbeutel der Bürger. Hierzulande gehört die wertvolle Ressource Wasser auch weiterhin zur Daseinsvorsorge, d.h. jeder Bürger hat ein Recht auf den freien und bezahlbaren Zugang zu sauberem Trinkwasser. Damit dies so bleibt, muss „Wasser endlich eine Lobby bekommen“, so Georg Riedl: “Dazu gehört, dass die vielen dezentralen Wasserversorger – allein in Bayern gibt es über 2.400 – ihre Kräfte bündeln. Nur gemeinsam sind wir stark, um im Sinne der Bürger und künftiger Generationen für eine nachhaltige Trinkwasserversorgung zu kämpfen und zu sorgen. Dazu gehören u.a. auch der Schutz der Umwelt, die Bekämpfung von Schadstoffeinträgen sowie Strategien für die Auswirkungen des Klimawandels.”



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