„Packen wir’s an – es gibt viel zu tun!“

ARGE Vollversammlung diskutiert die Herausforderungen der Zukunft

Am 3. November traf sich die Entscheiderebene – Vorsitzende, Bürgermeister und Werk-/Geschäftsleiter – der Arbeitsgemeinschaft Wasserver- und Entsorgungsunternehmen Niederbayern-Oberpfalz, kurz ARGE, im Reisinger Hof in Straubing, zur diesjährigen Vollversammlung. Auf der Agenda szanden unter anderem eine Verstärkung der Öffentlichkeitsarbeit in Zusammenarbeit mit dem Wasser-Info-Team Bayern e.V. sowie ein Fachvortrag über Methoden zur Nitratentfernung aus dem Trinkwasser.

d7-b0006-arge-roboldLudwig Robold, erster Vorsitzender der ARGE Niederbayern-Oberpfalz und erster Bürgermeister des Marktes Ergoldsbach begrüßte die Teilnehmer, darunter seinen Stellvertreter Max Knott, erster Vorsitzender des Zweckverbandes Laber-Naab und die gesamte ARGE-Vorstandschaft; Bernd König, langjähriger Geschäftsführer der ARGE; Georg Riedl, Vorsitzender des Wasser-Info-Teams Bayern e.V.; den WIT Bayern-Geschäftsführer Markus Schmitz sowie Gastreferent Klaus Sixt vom Ing-Büro Sixt, Heiß und Partner aus Markt Schwaben. Anschließend gab er einen kurzen Überblick über neueste Zahlen aus dem Landesamt:

Gebührensituation in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung
Die Bedeutung von Wasserschutzgebieten
Die Folgen des Personalabbaus in der Wasserversorgung
Auswirkungen der zunehmenden Schadstoffeinträge

Ludwig Robold: „Uns allen ist bekannt, Wasser hat ein sehr langes Gedächtnis und daher muss es unser Anliegen sein, dieses kostbarste Lebensmittel, das wir haben, zu schützen. Dies wird uns nur gelingen mit Sensibilisierung und Aufklärung unserer Kundschaft, damit öffentlicher Druck aufgebaut wird zur richtigen Weichenstellung, damit auch unsere nachfolgenden Generationen ein natürliches Trinkwasser haben.“ Sein dringender Appell an die Vollversammlung: „Packen’ wir es an – es gibt viel zu tun.“

Neues aus der Branche

d7-b0006-arge-koenigDer zweite Tagesordnungspunkt waren Neuigkeiten aus der Branche, die Bernd König zusammenfasste. Seine Themen:

  • Rückblick auf die erfolgreiche 3. Süd- und Ostbayerische Wassertagung im April 2015 in Landshut – mit wieder knapp 2000 Besucher und rund 150 Ausstellern. –> mehr
  • Ausblick auf das 50-jährige Jubiläum der ARGE und damit auf erfolgreiche 50-jährige interkommunale Zusammenarbeit, das in zwei Jahren gefeiert werden kann – evtl. zusammen mit der ARGE Oberbayern.
  • Hinweis auf das nächste Führungskräfte-Seminar des Bayerischen Gemeindetags im Mai 2016, das diesmal nicht mehr in Bad Wiessee, sondern vom 10. – 13. Mai in Rotheburg o.T. stattfinden wird.
  • Personalqualifikation auf Basis des grundlegenden Arbeitsblatts des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) zur Organisation eines Wasserversorgungsbetriebes mit dem Titel „Anforderungen an die Qualifikation und die Organisation von Trinkwasserversorgern“ – kurz W 1000, das derzeit überarbeitet wird. Die Wasserwerker, die im DVGW zusammenarbeiten, haben 2014 einen Entwurf für eine Neufassung vorgelegt, der aber immer noch in der Diskussion ist, d.h. der Veröffentlichungstermin steht derzeit noch nicht fest. Die zentrale Bedeutung von W1000: Das Papier legt die Anforderungen und Vorgaben an die Wasserversorger fest, die Voraussetzung für eine gute Versorgungssicherheit und Wasserqualität sind.
  • Weitere Themen:
  • Energie-Audit-Pflicht bzw. -Befreiung
    Verschärftes IT Sicherheitsgesetz
    ISIS12 - bayerische Initiative zur Cybersicherheit
    EU und das Pflanzenschutzmittel Glyphosat

“Unser Wasser braucht eine Lobby”

d7-b0006-arge-riedlEin zentrales Thema der diesjährigen Vollversammlung war die künftige Ausrichtung der ARGE-Öffentlichkeitsarbeit. In Zeiten mit zunehmenden externen Schadstoffeinträgen, Folgen des Klimawandels und des demografischen Wandels sowie der verstärkten Forderung nach Kosteneffizienz und immer neuen gesetzlichen Vorgaben ist die direkte Kommunikation mit den Bürgern immer wichtiger. Eine größere Transparenz und verständliche Hintergrundinformationen über Zusammenhänge und Interdependenzen, sowie eine Sensibilisierung für die täglichen Leistungen der Wasserversorger/-entsorger, die seit Jahrzehnten eine unterbrechungsfreie Wasserversorgung auf höchstem Qualitätsniveau garantieren hilft den betroffenen Unternehmen dabei, eine gewichtige Lobby für unser Wasser aufzubauen und sich Gehör zu verschaffen.

WIT - Mit Erfahrung und Know-how für die Interessen der Wasserversorger und Bürger
WIT-Vorstand - erfolgreich gegen die Privatisierung der Wasserversorgung
Auswirkungen der Privatisierung bei unseren europäischen Nachbarn
Wasserversorgung - nur schwer vergleichbar
Grundwasserschutz - Maßnahmen gegen externe Schadstoffeinträge
Auf regionale Folgen des Klimawandels vorbereitet sein
Aufklärung beginnt bereits in Schule und Kindergarten

Facetten der WIT Öffentlichkeitsarbeit

d7-b0006-arge-schmitzWIT Bayern-Geschäftsführer Markus Schmitz, der am 1. Januar 2015 die Nachfolge von Bernd König antrat, stellte im Anschluss mögliche Bausteine für die neue ARGE Öffentlichkeitsarbeit vor. Der studierte Verfahrensingenieur sammelte zuvor weltweite Management-Erfahrungen im Bereich Qualitätsmanagement. Aufgewachsen in Steinberg im Vilstal, war er u.a. bei Brandt-Schokoladen im Qualitätsmanagement und kümmerte sich anschließend als Verfahrensingenieur beim internationalen Krones-Konzern in Neutraubling um aseptische Getränkeabfüllung und lehrte an der Krones-Akademie als Trainer für neue (Ab)fülltechnologien. Qualität und Qualitätssicherung, aber auch die Themen Transparenz und aktive Verbraucherkommunikation sind Themen, die ihn schon seit vielen Jahren begleiten.

Markus Schmitz: „Wasser ist unser Lebensmittel Nummer Eins. Sauberes Trinkwasser ist durch nichts zu ersetzen. Doch immer häufiger sind die Verbraucher in allen Medien mit immer neuen Meldungen über die zunehmende Verschmutzung konfrontiert. Oft leider auch sehr oberflächlich, einseitig oder in sehr reißerischer Form. Wenn Verbraucher, d.h. unsere Kunden nicht von uns informiert werden, glauben sie zwangsläufig diesen Berichten. Zudem trifft man im Internet oft auf Info-Seiten, die am Ende doch nur ihre jeweiligen Produkte, wie z.B. Wasserfilter, verkaufen möchten und ihre Basis-Argumentation dementsprechend aufbauen. Die Folge: Die Verbraucher sind verunsichert und verlieren im schlimmsten Fall das Vertrauen in ihre örtliche Wasserversorgung. Wobei doch in Wirklichkeit Verbraucher und kommunale Wasserversorger absolut das gleiche Interesse haben: sauberes, für alle erschwingliches Trinkwasser in höchster Qualität, das jederzeit in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Hier ist es wichtig, dass die Wasserversorgung ihre Kunden von sich aus entsprechend informieren, wie es um ihre Wasserversorgung in der Heimatregion steht – und zwar proaktiv und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.“ Als Kurzformel gilt hier: „Je größer das Problem, desto höher der Informationsbedarf.“

Mitglieder WIT Bayern und Angebot
Aktuelle Hauptproblemstellungen
WIT-Marketing - Aktuelle und geplante Projekte/Services
Impressionen und Aktionen von WIT Bayern 2015
Bestehende und geplante Maßnahmen - WIT Bayern aquaShop

Mehrwert und Vorteile verstärkter Öffentlichkeitsarbeit

Für die einzelnen Wasserversorgen ergeben sich aus der WIT Bayern-Unterstützung darauf aufbauend u.a. folgende Zusatznutzen:

  • Informationsfluss direkt an den Endverbraucher – multimedial und öffentlichkeitswirksam durch Nutzung neuer Medien (z.B. YouTube, Facebook etc.)
  • Alle wichtigen Informationen gebündelt aus einer Quelle
  • Informationsqualität stets aktuell und an die momentanen Probleme und Fragestellungen angepasst
  • Möglichkeit zur proaktiven Öffentlichkeitsarbeit
  • Planung und Gestaltung von Aktionen und PR-Auftritte nahe am Zeitgeschehen und am Verbraucher
  • Kostengünstige Verlinkung auf Infoplattform des Wasser-Info-Team Bayern e.V. zum Download von Informationsmaterialien



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